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Informationen zum Autismus

Abgesehen von Autismus, einer Definition, die sich mit Selbstbezogenheit, Abkapselung oder Rückzug in die eigene psychische Welt übersetzen lässt, finden auch noch andere Bezeichnungen Verwendung: z.B. frühkindlicher Autismus, autistische Störungen, autistisches Syndrom, Asperger Syndrom, High-functioning-autism und atypischer Autismus.


Es handelt sich hierbei um verschiedene Varianten aus dem autistischen Spektrum, da Autismus in völlig unterschiedlichen Schweregraden und in Kombinationen mit anderen Behinderungen in Erscheinung auftreten kann.

Es gibt autistische Menschen, die zugleich geistig behindert sind (ca. 70%) oder eine weitere Krankheit oder Behinderung haben (z.B. Tuberöse Sklerose, Fragile X-Syndrom u. v. a.).

Andere können mit ihrer gesonderten Behinderung eine höhere Schule besuchen, eine qualifizierte Ausbildung absolvieren und ein hohes Maß an Selbstständigkeit erreichen.

Als die leichtere Form des Autismus gilt das Asperger-Syndrom, welches hier noch näher beschrieben wird.

Ein atypischer Autismus findet sich häufig bei schwer beeinträchtigten Menschen, bei denen nicht alle wichtigen Symptome vorkommen. High-functioning-autism (Autismus mit hohem Funktionsniveau) gilt als symptomatisch für Personen mit Kanner-Syndrom, die über herausragende Fähigkeiten in Teilgebieten (z.B. Musik, Kalenderrechnen, Zeichnen, Merkfähigkeit) verfügen.

Da Autisten hauptsächlich in ihrer Fähigkeit beeinträchtigt sind, zu anderen Menschen (auch zu den eigenen Eltern) in einen engen, emotionalen sozialen Kontakt zu treten, und die Beweggründe menschlichen Handelns nur schwer verstehen können, werden die meisten unabhängig von Ihrem Intelligenzniveau lebenslang auf Hilfe angewiesen bleiben.


Wie viele Menschen mit Autismus gibt es?

Als Erstbeschreiber des "Frühkindlichen Autismus" gilt der amerikanische Psychiater Kanner, der 1943 eine ganze Reihe typischer Gemeinsamkeiten für die Fachwelt zusammengetragen hat.

Er ging damals davon aus, dass es sich nur um eine kleine Gruppe von betroffenen Kindern handele.
Heute weiß man, dass nicht nur 4 oder 5, sondern bei einem breiteren diagnostischen Schlüssel sogar 15 bis 40 von 10 000 Kindern - hauptsächlich Jungen (4:1) - von dieser Behinderung betroffen sind.

Zur selben Zeit beschrieb Hans Asperger 1943 eine Gruppe mit einer "autistischen Persönlichkeitsstörung", die viele Auffälligkeiten mit den Kannerschen Typus gemeinsam hat.

Dennoch lernen diese Kinder früher sprechen, sie können sich oft gewählt ausdrücken, verfügen über mindestens durchschnittliche intellektuelle Fähigkeiten und entwickeln ausgeprägte Interessen, mit denen sie sich nachhaltig und oft zwanghaft beschäftigen.


Können Autisten nie zu anderen Menschen Kontakt aufnehmen?

Viele denken, dass dieses Rückzugsverhalten, die Verweigerung des Blickkontaktes, die Kontaktverweigerung und die fehlenden Anteilnahme als typische Anzeichen eines Autismus lebenslang anhalten und dass sich diese Kinder am wohlsten fühlen, wenn man sie in Ruhe lässt.

Augenscheinlich lernen autistische Menschen im fortgeschrittenen Lebensalter selbstverständlich, Kontakt zu anderen Menschen aufnehmen. Sie tun es in der Art und Weise, die ihnen möglich erscheint.

Liegt es an der Erziehung der Eltern, dass Kinder autistisch werden?

Die Mutmaßung, dass es an dem Erziehungsverhalten der Eltern liegen könne, wenn Kinder ein autistisches Syndrom entwickeln, ist wissenschaftlich unhaltbar und völlig ungerechtfertigt.

Es ist derzeit eindeutig erwiesen, dass das Erziehungsverhalten der Eltern weder einen Autismus hervorrufen kann noch für die oft bizarren Verhaltensweisen verantwortlich zeichnet



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