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Die Diagnose Autismus?

Bereits im Verlauf der ersten drei Lebensjahre müssen mehrere charakteristische Auffälligkeiten gleichzeitig beobachtet werden können.

Erste Anzeichen bei Kindern bis zu 18 Monaten:

•Diese Kinder wollen nur ungern auf den Arm genommen werden, schreien sehr lange ohne ersichtlichen Grund, lächeln nicht zurück, wenn sich vertraute Personen nähern, und vermeiden den Blickkontakt. Sie interessieren sich nicht für Spielzeug oder für die Umwelt, achten nicht auf Gesten der Erwachsenen und ahmen sie auch nicht nach. Sie reagieren nicht auf Geräusche, scheinen die Sprache nicht zu verstehen, schreien, wenn man sich mit ihnen beschäftigen möchte, und erwecken den Anschein, dass sie sich am wohlsten fühlen, wenn sie sich allein, häufig mit wiederholenden, stereotypen Bewegungen (kreiseln von Gegenständen) oder immer mit den gleichen Gegenständen beschäftigen. Die Sprachentwicklung endet in monotonen Lautbildungen, da sie nicht versuchen nachzuahmen, was man ihnen vorspricht.

•Wenn sich diese Frühanzeichen zu schweren Wahrnehmungs-, Beziehungs- und Kommunikationsstörungen verdichten, macht dies eine genaue diagnostische Abklärung durch spezielle Fachleute erforderlich.
Ausbreitung der Störung:

Nach den internationalen Klassifikationssystemen (ICD 10 und DSMIV) liegen dem Vollbild folgende Kernsymptome zu Grunde:

1.eine qualitative Beeinträchtigung der zwischenmenschlichen Beziehungen
2.eine schwere Beeinträchtigung der Kommunikation und der Phantasie
3.deutlich eingeschränkte Interessen und Entwickeln von stereotypen Verhaltensmustern
4.Beginn im Verlauf der ersten 36 Lebensmonate
Eine Diagnose ist nur autorisiert, wenn in jedem der Bereiche gleichzeitig 1-3 einschlägige Auffälligkeiten zu beobachten sind.

Sprache und Kommunikation

Ungefähr die Hälfte dieser Kinder lernt nie, sich lautsprachlich wiederzugeben, sie ziehen vielmehr an der Hand des Erwachsenen bei Willensäußerungen.

Andere Kinder entwickeln eine in vielerlei Hinsicht auffällige Sprache, wie in der Melodie, Wortwahl, Grammatik oder im Sprechtempo.
Sie verwenden lange Zeit kein ich, sie reden von sich in der 3. Person oder verwechseln Du und Ich.

Beim Sprechen wird, wenn überhaupt, nur kurz Blickkontakt aufgenommen. Die Kinder neigen zu Selbstgesprächen, manche zu floskelhafter, bizarrer Sprache mit Neuschöpfungen.

Ständige Wortwiederholungen oder die Wiederholung von Fragen, die an sie gestellt wurden, sind sehr typisch.
Die Kinder kommunizieren in maschinenmäßiger Weise, und dies erweckt den Anschein, dass sie die üblichen Kommunikationsregeln nicht beherrschen.

Wenn ihr Sprachverständnis auch besser als ihr aktives Sprachvermögen erscheint, entnehmen sie die Bedeutung der Äußerungen oder die Informationen doch eher aus der Situation oder aus dem Alltagszusammenhang.

Bewegungsmuster

Die Kinder zeigen häufig ständig wiederholende, rhythmische Hand-, Kopf- und Körperbewegungen, insbesondere dann, wenn sie erregt sind. Sie grimassieren, schaukeln oder hüpfen gerne.

Mitunter zeigen sie Mängel in der Koordination der Bewegungen. Es fällt ihnen schwer, auch einfache Bewegungen nachzuahmen. Bisweilen gehen sie auf Zehenspitzen. Es dauert oft lange, bis sie eine Handlung auf Aufforderung tatsächlich ausführen. Zuweilen verharren sie in der Bewegung.


Wahrnehmung und Verarbeitung von Sinnesreizen

Diese Kinder bevorzugen bestimmte Geräusche, wie hohe Töne, Klopftöne, Musik, laute Geräusche vom Staubsauger oder anderen Maschinen, sie achten jedoch nicht auf die Sprache oder sehr laute Töne.

Es kommt auch vor, dass sie äußerst empfindlich auf normale Alltagsgeräusche reagieren. Sie lassen sich von optischen Reizen faszinieren, wie Teppichmuster, Seifenblasen, die sie auch selbst erzeugen.

Sie werfen nur sehr kurze Blicke auf Personen und Dinge, sehen sonst nur an einem vorbei. Es fällt ihnen schwer, die Gesichter von Menschen, die ihnen vertraut sein müssten, wieder zu erkennen.

Verhaltensmuster

Diese Kinder zeigen sich nicht in der Lage, Regel- oder Rollenspiele durchzuführen.
Sie benutzen Spielzeug eher zur Sinnesstimulation.
Beliebte Tätigkeiten wie Wasser oder Sand durch die Hände rieseln zulassen können sie über Stunden bezaubern.

Der Alltag ist geprägt von ständig gleich ablaufenden Ritualen, die sie oft zwanghaft einzuhalten anstreben. Versucht man, diese Zwänge zu durchbrechen, reagieren sie mehrfach aggressiv oder mit Selbstverletzungen.

Sie entwickeln wenig Motivation, sich mit Neuem zu befassen, wenden ihre Aufmerksamkeit oft Kleinigkeiten zu und entwickeln wenig Phantasie.



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